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Test des neuen Opera 9 beta

22.04.2006 um 14:24 Uhr
Emersacker
abgelegt unter Browser

Emersacker. Das Opera-Entwicklerteam hat mal wieder einen neuen Versionssprung hingelegt - dabei ist seit Ausgabe der letzten stabilen Version 8.54 auch noch nicht viel Zeit verstrichen.

Der neue Opera, seit dem 20. April 2006 bislang nur in englischer Sprache als Download verfügbar, besticht auf den ersten Blick - und das meine ich auch ganz wörtlich - durch eine Fülle von Neuerungen.

Ich meine jetzt gar nicht, dass man nun beim ersten Lauf gefragt wird, ob man Opera als Standard Browser einsetzten möchte, was meines wissens neu ist, womit die Browser-Kollegen MSIE und NS einen aber schon immer etwas genervt haben.

Ganz neu und optisch auffällig sind die ausklappenden Thumbnails der "tabs" und natürlich die widgets (zu Deutsch: wahrscheinlich eine Zusammensetzung aus window=Fenster und gadget=Apparatur, Sondervorrichtung).

Die Tabs sind die in einer Leiste angeordneten Tasten für jede geöffnete Seite, die jetzt neuerdings beim Darüberfahren mit der Maus ein kleines Popup öffnen, das einen Screenshot und Seiteninformationen (Titel, Codierung, Mime-Typ) birgt.

Das ist eine recht praktische Idee, die einem helfen kann, den Überblick zu bewahren, wenn mal viele Fenster geöffnet sind.

Die ebenfalls neu hinzugekommenen "widgets" sind kleine, AJAX-basierte Helferlein, die in Opera vielleicht irgendwann mal das werden leisten können, was in Firefox die Erweiterungen bieten.

Bislang gibt es 40 dieser "widgets" zum Herunterladen, darunter analoge Uhren, Puzzles, aktuelle Wetterdaten, integrierte Wikipedia-Suche und News, welche sich alle so einstellen lassen, dass sie immer im Vordergrund stehen.

Offensichtlich verursachen diese Opera-Erweiterungen in dem Beta-Release aber auch einiges an Problemen, was die Bildschirmdarstellung angeht:

Ausklapende Informationen

Teilweise kommt es zu recht eigenartigen Effekten, zerbröckelnden Fenster und musterartigen Verschiebungen beim Scrollen, die in kommenden Versionen sicher noch behoben werden können.

Mit 4,556 MB ist der neueste Browser von Opera zwar immer noch ein ausgesprochenes Leichtgewicht, doch hat er im Vergleich zu seiner letzten Vorgängerversionen mit 3,75 MB einiges an Funktionsumfang zugelegt.

Eine weitere Neuerung bemerkt man erst, wenn man den Opera 9beta zum zweiten mal startet: er merkt sich automatisch die letzte Session und beginnt jetzt mit allen geöffneten Fenstern der letzen Sitzung.

Auch lassen sich, wie schon in den Vorgängerversionen, beliebig viele Sessions dauerhaft speichern, so dass jetzt Surftouren ordentlich abgelegt und wieder aufgenommen werden können - das verzweifelte Suchen in der Verlaufsgeschichte des Browsers nach "verlorenen Seiten" könnte so bald der Vergangenheit angehören - falls der Benutzer auch ausgiebigen Gebrauch von der Session-Funktion macht.

Weitere relevante Neuerungen, die ich so auf den ersten Blick feststellen konnte:

Die neue Fehlerkonsole
  • Der Seitenquelltext wird jetzt mit bunt markierten Links im eigenen Browser-Fenster geöffnet - wie beim Firefox [Strg F3], adée WordPad...
  • Unter Tools|Advanced|Error console findet sich ein neues Meldungsfenster, indem auch alle CSS-Fehler der Seite gelistet werden - das finde ich natürlich sehr praktisch!
  • Per Rechsklick auf die Seite lassen sich gezielt einzelne unerwünschte Seitenelemente blockieren (...block content, dann mit Maus z.B auf Bild klicken, bei gedrückter Umschlalttaste gilt das Verbot nur für das einzelne ausgewählte Bild, sonst für alle Bilder)

Fazit:

Der interessierte Operafan sollte sich den "Neuen" auf jedenfall mal zum Testen neben die alte Version installieren, schon allein um sich mit den zukünftigen Features vertraut zu machen - auch im schlechtesten Fall (Bildschirm-Schredder, Bild hängt, Formular zickt ) ist Opera9 beta zumindest äusserst amüsant...

Weiterfühenden Links:

Neuerungen: Opera Dev: widgets
Empfohlene widgets: 20 Beispiele
Download Mirror Dresden
Kommentar: 1
  • 1 Michael Daum 28.04.2006 um 19:30 Uhr

    Kleiner Nachtrag:

    Nach der Installation des neuen Opera werden meine RSS-Newsfeeds in der alten Version jetzt zwar noch laufend aktualisiert, auch die Anzahl der gespeicherten wird richtig angezeigt, nur lesen lassen sich sich nicht mehr - Schade!. Auch Neuinstallation hilft hier gar nichts!

    In der Neuversion hingegen funktioniert das Abonnieren und Lesen der Newsfeeds tadellos.