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Datenschutz per Gesetz

22.02.2007 um 18:05 Uhr
Emersacker
abgelegt unter News

Emersacker. In einer Woche tritt das neue Teledienste-Datenschutzgesetz, kurz TDDSG in Kraft.

Durch die Neuregelung werden deutsche Teledienst-betreiber dazu verpflichtet, ihre Besucher

ZITAT: "zu Beginn des Nutzungsvorgangs über Art, Umfang und Zwecke der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten ... zu unterrichten" (Quelle:§ 4 TDDSG).

Teledienstbetreiber sind nach § 6 TDG Online-Shops und Produktpräsentationen, Selbstdarstellungen von Unternehmen, Diskussionsforen und Mailinglisten, Datendienste (z.B. Wetter-, Verkehrs- oder Börsendaten), Telespiele, Navigationshilfen, Suchmaschinen sowie andere interaktive Angebote im Internet (Quelle:http://www.anbieterkennung.de/. Ebenfalls betrofffen sind Mediendienste nach § 10 MDStV, diese Regelung gilt also auch für Weblogs.

Die Unterrichtung hat in Form einer Datenschutzerklärung zu erfolgen, welche von allen Seiten durch einen prominenten Link (ähnlich dem schon länger vorgeschriebenen Impressum) zu erreichen sein muss.

Von diesem Gesetz ist jeder, der in Deutschland einen Teledienst betreibt, betroffen - denn Daten der Seitenbesucher wie IP-Adresse, Referrer-URL und Browser/Betriebssystem werden auf den Webservern der großen Webhoster automatisch und ohne Einflussmöglichkeit des Webhostingkunden in sogenannten Logfiles archiviert.

Wieder wurde so, weitgehend unbemerkt, eine neue Abmahnfalle installiert, denn bei versäumter Unterrichtung drohen dem Betreiber saftige Bußgelder i.H. von bis zu 50.000 EUR.

So tut man wohl gut daran sicherheitshalber sofort, doch spätestens zum 1.März sein Webangebot um eine Erklärung zum Datenschutz zu erweitern.

Bei der Formulierung meiner Datenschutzerklärung hat mir folgende Seite sehr geholfen: Vorschlag für eine Muster-Datenschutzerklärung für Webseiten. Sollten Sie eine ähnliche Erklärung auf Ihrer eigenen Webseite benötigen, können auch Sie diese Vorlage leicht Ihren eigenen Bedürfnissen anpassen.;-)

Kleine Bemerkung am Rande: Etwas merkwürdig und auch praxisfern erscheint die Vorgabe des Gesetzesgebers an den Betreiber, den Besucher schon im Vorfeld der eigentlichen Nutzung informieren zu müssen - sollte hier an die technische Umsetzung in Form eines Popup-Fensters gedacht sein, wäre gerade dies kontraproduktiv, denn welcher einigermaßen gescheite User surft heute noch ohne die Segnungen eines Popup-Blockers?

Weiterführende Links zum Thema: